Daten zur Muna Lehre

Kriegsvorbereitungen zum 2. Weltkrieg begannen vor 80 Jahren

Rund 370 staatliche Einrichtungen mit der Bezeichnung Munitionsanstalt wurden spätestens ab 1936 im Deutschen Reich durch die Wehrmacht aufgebaut und betrieben. Nach der jeweiligen Teilstreitkraft wird dabei oft unterschieden zwischen Heeresmunitionsanstalt, Luftmunitionsanstalt und Marinemunitionsanstalt.

Damals und heute sind die Anlagen regional oftmals unter der Abkürzung Muna bekannt. Im Vierjahresplan 1936–40 legte die nationalsozialistische Regierung den Grundstein für die Kriegsvorbereitungen des Zweiten Weltkriegs. Neben der Herstellung synthetischer Rohstoffe (Benzin und Gummi) war der Aufbau einer flexiblen und leistungsstarken Sprengstoffindustrie Ziel des Vierjahresplans.
Um das spätere Auffinden der Industrieanlagen für feindliche Bomberstaffeln zu erschweren, wurden die Standorte für die Anlagen auf ganz Deutschland verteilt. Häufig wurden land- oder forstwirtschaftliche Regionen gewählt, die zudem eine leichte Rohstoffversorgung ermöglichen, und einen einfachen und sicheren Abtransport des Sprengstoffes sichern sollten.

 

24.04.1934

Der damals noch selbständige Staat Braunschweig verkauft ein 160 Hektar großes Gelände zum Bau der Heeresmunitionsanstalt (Muna) Lehre an die Heeresverwaltung.

30,10.1934

Die Einzäunung des Muna-Geländes ist beendet.

1935

Vom Bahnhof Lehre wird ein Anschlussgleis zur Muna verlegt.

20.06.1935

Die Größe des Muna-Geländes wird jetzt mit 193,4 Hektar angegeben.

18.09.1935

Lehres Gemeinderat stimmt „der Eingemeindung der Heeresmunitionsanstalt Kampstüh“ zu.

Mai 1937

Der Ausbau der Muna zur Rüstungsproduktion ist zu zwei Dritteln erfolgt.

Februar 1938

Die Heeresbauverwaltung Braunschweig kündigt dem Forstamt Lehre die Vergrößerung der Muna an und bezieht sich dabei auf eine „geheime Verfügung“.

28.02.1940

Die Muna ist mittlerweile etwa 40 Prozent größer als ursprünglich geplant: Sie soll eine Fläche von „etwas über“ 225 Hektar beanspruchen.

12.07.1941

Die Landstraße durch den Kampstüh „sowie der am Westrand des Kampstüh entlang führende Interessentschaftsweg wird bis auf weiteres während der Dunkelheit gesperrt“.

05.03.1942

Die sowjetischen Kriegsgefangenen, die in der Muna Zwangsarbeit leisten, werden auf 134 beziffert. Ihre Zahl steigt auf 265 im Jahre 1943.

Dezember 1944 (bis Februar 1945)

Aus Kattowitz werden 7.000 Giftgasbehälter in die Muna Lehre gebracht.

20.03.1945

Kurz vor der Befreiung lagern etwas mehr als 6.000 Tonnen Giftgasmunition in der Muna Lehre.

11.04.1945 Die Muna wird von US-Streitkräften kampflos besetzt.

Juni 1946

Die inzwischen zuständige britische Militärregierung setzt die Muna auf eine Liste von Einrichtungen, die zerstört werden sollen.

Januar 1947

Materialien und Geräte zur Munitionsherstellung werden zerstört.

19.05.1947

Die Räumung des „Munitionsarbeitshauses 1“ löst eine Explosion aus. An deren Folgen sterben zwölf Menschen , unter ihnen ein britischer Soldat – zwei Jahre nach Kriegsende.

 

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